Datum: 30.9.2011
Zeit: 20 Uhr
Ort: Unia Winterthur, Lagerhausstrasse 6, 8400 Winterthur
Inhalt: Filmabend „La fortesse“ http://i.cineman.ch/movie/review.php?movie_id=15286&lang=en
Datum: 30.9.2011
Zeit: 20 Uhr
Ort: Unia Winterthur, Lagerhausstrasse 6, 8400 Winterthur
Inhalt: Filmabend „La fortesse“ http://i.cineman.ch/movie/review.php?movie_id=15286&lang=en
1. Oktober | ab 17 Uhr | Schützenmatte | Bern
Programm: Rabiatisten, Los Fastidios, Sinan und MQ & Dubios
Bar, Food- und Infostände
Vorher
Demo “Schluss mit der Heuchelei! Kein Mensch ist illegal!”,
Besammlung 14.30 Uhr | Schützenmatte Bern.
www.sanspapiersbewegung.ch
Nationalismus: Was ist er, wie geht er, welche Verlaufsformen nimmt er an, woher kommt er, welche Funktion hat er und wie bekämpft man ihn?
Nationalismus, das ist die Parteilichkeit für die Nation mit allem drum und dran. Bei internationalen Sportereignissen, kann man auch hierzulande beobachten, wie sich bei Siegen unserer Nati, Schweizer selig in den Armen liegen, die sich in ihrem Alltag keineswegs immer vertragen. Da werden Schweizer Siege gefeiert, wie wenn die mit einer Lohnerhöhung, Mietpreissenkung oder Urlaubsverlängerung verbunden wären.
Den Werktag von “Herr und Frau Schweizer” tangieren diese nationalistischen Orgien nicht. Wenngleich nationalistische Töne auch da immer und überall zu hören sind. Etwa wenn sich Menschen Fragen der folgenden Art stellen: “Wie kommen WIR aus der Krise heraus?” , “Müssen WIR uns von der EU und den Amis immer alles gefallen lassen?!”, “Warum sind UNSERE Krankenkassen so teuer?” Oder wenn sie feststellen, dass UNSER Bundesrat mal wieder durchgreifen müsste, UNSERE Politiker immer nur lavern, UNSERE Schulkinder einfach nicht gut genug in der internationalen Konkurrenz abschneiden, bei UNS zu viele Ausländer leben, die HIER nicht zu UNSERER Kultur passen usw.. Als ob sie alle zum Beraterstab der herrschenden Politikerriege gehören würden, stellen sie sich auf den Standpunkt des nationalen Erfolgs und messen alle internationalen Angelegenheiten daran, wie die Schweiz dabei abschneidet. Dabei haben sie doch wirklich noch ein paar andere Sorgen. Und dass diese Sorgen über Geld und Gesundheit, Arbeitsbelastung und Steuern, Schulden und Preissteigerungen, Löhne und Arbeitszeit, Examen und Jobsuche nicht weniger werden, wenn sie Schweizer Erfolge beim Wachstum oder der internationalen Krisenbewältigung oder Weltmarkterfolge schweizerischer Grosskonzerne feiern, kann ihnen nun wirklich nicht entgehen.
Es fragt sich deshalb schon, wie es erwachsene Menschen schaffen, sich die Sache der Nation zu eigen zu machen. Zu denen, deren Amt es ist, sich an allen Fronten für Schweizer Siege einzusetzen, zu den regierenden Berufspolitikern gehören sie mehrheitlich ja nicht. Im Gegenteil: Sie sind die Regierten, auf deren Kosten diese Erfolge erzielt werden. Nationale Begeisterung schliesst eben nicht die Begeisterung über Kürzungen bei den Pensions- und Arbeitslosenkassen, über ständig grösser werdenden Steuer- und Termindruck, über die Studienreform oder über die neusten Arbeitszeiterhöhungen bei gleichem Lohn ein. Der Nationalismus von unten gibt also schon erhebliche Rätsel auf. Es ist nämlich weder praktisch noch lebenstüchtig oder gar erfolgsorientiert, wenn ganz normale Landesbewohner parteilich für nationale Interessen eintreten. Warum tun sie es dann? Und warum bildet diese Parteilichkeit so einen festgefügten Bestandteil ihrer Einstellung zu allen Lebensumständen hierzulande?
Vortrag:
Donnerstag | 15.9 | 19.30 Uhr | Gewerkschaftshaus | Monbijoustrasse 61 | Bern
Workshop:
Samstag | 17.9 | 13.00 Uhr | Gewerkschaftshaus | Monbijoustrasse 61 | Bern
Sonntag 18.09 | ab 16:00Uhr
Vortrag Diskussion: “Das Verhältnis von Staat und Antifaschist_innen bei
Harry Potter”
22.09.2011 | 19:00Uhr
Filmvorführung “Inside a Skinhead”
Beides im Gewerkschaftshaus am Claraplatz 3. Stock
Die Unia Jugend veranstaltet eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit. Wir wollen dem alltäglichen Fremdenhass den Grund zu entziehen. Die Kampagne der Unia Jugend baut auf der gesellschaftlichen Vielfalt auf und wehrt sich gegen die gesellschaftliche Spaltung in Zugehörige und Nicht-Zugehörige zu einem Staat.
Fremdenhass: Ursache und Wirkung
Wie der Titel unserer Kampagne nahelegt, wollen wir nicht bloss den Fremdenhass kritisieren, der in unserer Welt vielförmig und mit den entsprechenden hässlichen Konsequenzen zum Alltag gehört. Wir wollen nicht nur rechte- oder konservative Kreise kritisieren, welche für eine Schweiz ohne AusländerInnen und eine Nation mit (vermeintlich) eidgenössischen Werten einstehen. Wir wollen dem Fremdenhass seinen Grund entziehen und nicht bloss seine Auswüchse bekämpfen. Wir wollen seine Ursache aufzeigen und kritisieren: Das Konstrukt der Nation. Die Sortierung der Menschen dieser Welt in Zugehörige zu einer Nation, kommt nicht von ungefähr und hat es in sich: Es sind die Nationalstaaten selbst, welche die Teilung der Menschen in die zur eigenen Mannschaft gehörende InländerInnen und in eben nicht dazu gehörende AusländerInnen vornehmen – und damit den ersten Grund für den AusländerInnenhass liefern. Zufälligerweise auf einem bestimmten Stück Erde geboren, hat sich der Mensch der dort regierenden Herrschaft zu unterwerfen. Doch: Das ist nichts Natürliches und auch nicht das Werk des (neugeborenen) Menschen selbst. Einer Nation anzugehören, das ist ein Gewaltakt der jeweiligen Herrschaft, die entscheidet, wer sich zu ihrem Fussvolk zählen darf und wer nicht.
Der Nutzen der (Nicht-)Zugehörigen für die Herrschaft:
Vor diesem Hintergrund verfehlen Kampagnen, welche versuchen “die AusländerInnen” als “für die Schweiz nützlich” darzustellen, ihr Ziel. Einerseits, weil dies die blödsinnige Teilung der Menschen in In- und AusländerInnen zementiert; andererseits, weil AusländerInnen dadurch daran gemessen werden, ob und was sie zum Erfolg der Schweiz beitragen. Was ist denn mit AusländerInnen, von welchen die Schweiz nicht profitiert? Was ist mit den AusländerInnen, welche auf finanzielle und soziale Unterstützung angewiesen sind? Sollen sich die Menschen tatsächlich verstärkt auf ihre Nationalität besinnen und einzig den (wirtschaftlichen) Erfolg des Nationalstaats wollen? Wieso die Verwaltungsrätin aus Genf und der Schreiner aus St. Gallen sich als einer gleichen Gemeinschaft Zugehörige fühlen sollen, nur, weil sie derselben Herrschaft unterliegen, leuchtet uns nicht ein. Genauso wenig leuchtet uns ein, warum wir für den Erfolg der Schweiz längere Arbeitszeiten, Lohnkürzungen und ähnliches in Kauf nehmen sollen. Denn das plädieren für die Nation als gemeinsame Sache, stellt die unterschiedlichen Interessen und die Gegensätze in der kapitalistischen Gesellschaft in den Schatten.
Grenzen sprengen: die Forderung der Unia Jugend Kampagne
Wir wollen Schluss machen mit Nationen, Schluss machen mit Fremdenhass, Schluss machen mit Rassismus. Und Schluss mit dem Kapitalismus, der vom Staat garantiert wird und dem die Leute im Namen der Nation zu dienen haben. Unser Kampf heisst „unten gegen oben“, heisst Klasse gegen Klasse, dabei lassen wir uns nicht in In- und AusländerInnnen spalten!
Sprengen wir die Grenzen – um die Nationen und in den Köpfen.
Entziehen wir dem Fremdenhass seinen Grund – in der Logik und auf der Landkarte.
Wer sich mit seiner/ihrer Nation identifiziert, lässt sich besser regieren. Auch wenn seine/ihre Interessen unter die Räder kommen. Wer sich auf den Standpunkt stell, seiner/ihrer Nation – und nicht ihm/ihr – solle es gut gehen, dem/der leuchten auch Sparpakete für das Wachstum der Volkswirtschaft und Lohnkürzungen um den „Wirtschaftsstandort Schweiz“ attraktiv zu halten, ein.
Die Identifikation mit der Nation: Teilung der AusländerInnen in Nützliche und Unnützliche
Wer einmal den Erfolg seiner Nation mit seinem/ihrem eigenen verwechselt, lässt sich von Staat und Kapital nicht nur materielle Einbussen aufzwingen, sondern stellt grundsätzlich nicht mehr in Frage, welche kapitalistischen Gemeinheiten der Staat im Namen seines Volkes durchsetzt. Es ist der Staat, der uns alle auf die Freiheit verpflichtet, mit dem, was wir haben unser Leben zu bestreiten. Er ist es, der das Recht auf Eigentum einrichtet und durchsetzt und so alle zwingt sich daran abzuarbeiten. Wer über kein Eigentum an Produktionsmittel verfügt, muss seine/ihre Arbeitskraft verkaufen, um das
Leben – meist mehr schlecht als recht – zu meistern. Durch seine/ihre Arbeit werden andere reich und immer reicher. So macht und hält sich der Staat sein Volk – und wenn‘s nötig ist eben auch anderer Herren Untertanen, auch bekannt als Ausländerinnen und Ausländer – dienstbar und zwar nur zu seinem Zweck: eine blühende, nationale Ökonomie.
Nationalstaat: ein Verhältnis voller Zwänge
Die Nation ist also nicht ein gemütlicher Zusammenschluss von Menschen, welche ein gemeinsames Interesse verfolgen. Die Nation ist ein Verhältnis, das uns täglich aufs Neue Dinge wie diese aufzwingt:
Und wer nicht spuren will wie der Staat es vorsieht, bekommt das Gewaltmonopol auch mal unmittelbar zu spüren. Polizei, Justiz und Knäste lassen erahnen, wie es ums Gewaltverhältnis bestellt ist.
Doch durch Erziehung und Sozialisierung seitens Schule, Familie und anderen Institutionen, fällt es vielen Menschen auch nicht wirklich schwer, sich mit der Nation zu identifizieren. Dass sich die Leute dann ideell verantwortlich fühlen für all das, was in und mit der Nation so passiert, mag daher nicht wirklich verwundern. Die Leute sind sich nicht im Klaren, dass das Ganze nicht für sie eingerichtet wurde, sie nur Material der Herrschaft sind, welche im nationalen Interesse kalkuliert und entscheidet.
Dass stösst uns sauer auf. Genauso wie der Nützlichkeits-Rassismus, welcher mit den
Ausländerinnen und Ausländern tagtäglich betrieben wird.
Sprengen wir die Grenzen – um die Nationen und in den Köpfen.
Entziehen wir dem Fremdenhass seinen Grund – in der Logik und auf der Landkarte.